am teich

   

wer weiß 
wie ich als kaulquappe war
irgendwo im klaren
 

halt mich 
sag nie mehr 
sei doch kein frosch
 

wie trocken
allen lungenbläschen zum trotz
ist die luft 

lass mich
zum wartenden wasser und
lausche dem konzert

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Published in: on 7. März 2010 at 08:37  Schreibe einen Kommentar  
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fast geschafft

   

Der philosoph kann es nicht fassen
Xanthippe will ihn glatt verlassen
er lächelt bei dem abschied stumm
da dreht das weib sich zögernd um

 

die arme wedeln unentwegt.
ich habs mir sagt sie überlegt
vielleicht ists besser dass ich bliebe
nach so viel jahren voller liebe

 

was packt den Sokrates der schreck
die ganze schöne hoffnung weg
nur schüchtern wendet er noch ein
hofft kaum noch auf das einsamsein

 

du möchtest lieber mich behalten
trotz meiner runzeln macken falten?
dich mit mir streiten dann und wann
obwohl ich oft nicht richtig kann?

 

du möchtest mich für alles haben
dich an mir weich wie knorrig laben
hast was du tatst mir längst vergeben?
willst du denn ewig an mir kleben?

 

… dir widersprechen?! … nie im leben!“

 

Published in: on 1. März 2010 at 08:26  Schreibe einen Kommentar  
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Ich wünsch mir keinen Freund

 

Ich wünsch mir keinen freund

die welt dreht sich

ohne

allein

um mich

 

ich wünsch mir keinen freund

wer mir sagt

ohne

ich hätte alles gut gemacht

lädt mich ein

ihm unbedarft eitel

glatt zu glauben

 
ich wünsch mir keinen freund

niemandem bliebe ich

ohne

greisenalt

kind

meine fehler

behielte ich

für mich


ich wünsch mir keinen freund

alles andere

kann man

ersetzen

Published in: on 28. Februar 2010 at 11:15  Schreibe einen Kommentar  
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die Hu und die Fu

   

in zwei welten
lichtjahre fern
lebten die hu
und lebten die fu
und hatten sich gern

der hu wie der fu
waren je drei
vier nahrhafte gan
hatten beide dabei

die hu teilten jedem eine gan zu
die übrige pflanzten sie 
und sie wuchs bald in ruh
doch wieder trug sie der früchte vier
die waren nicht teilbar dort wie hier
so aßen und pflanzten die hu je zwei
und siehe
nun hatte ein jeder drei

die fu aber
töteten erst ihren schwachen
und hatten gleich zwei gan
zum fettlebe machen

die knochen der fu
verwehen im wind
weil neue gan
nie gewachsen sind

und kommen wir einst im hugarten an
so speisen wir sparsam
die gästegan

Published in: on 22. Februar 2010 at 11:46  Schreibe einen Kommentar  
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abends

   

ich strecke

virtuelle hände

in den raum

du nimmst meinen

geheimnisvollen namen

ich schenke dir

eine erdachte geschichte

ein heißes gedicht

du gibst

unbezahlbares

zuhören

ich spreche mit

mir

verstehe mich nicht

du beantwortest

was ich nicht fragte

müde

ein knopfdruck

mein raum

hat wieder

rauhfasertapeten

um zwanzig meter

im quadrat

ich teile mein bett mit

meiner sprachlosigkeit

Published in: on 21. Februar 2010 at 11:48  Schreibe einen Kommentar  
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vom oktopussieren

   

knochig und steif ja das sind meine
um deinen körper sich windenden beine
wie mühsam umklammre ich dich
bereit
für den einen moment der eins-samkeit

ach hätten wir nur der arme acht 
ineinander verschlungen in solcher nacht
dass von außen man nur noch erkennen kann
eine glühende kugel im ozean

du aber sähst uns im salzwasserschmutz
glubschäugig mich und im fluchttintenschutz
denn wo gäb es solche orgasmusse
für saugnapfbenarbte oktopusse

Published in: on 18. Februar 2010 at 11:56  Schreibe einen Kommentar  
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ungeschützter verkehr

   

 auf meiner konsole
da tipp´ ich das hohle
gedicht von der lieb´
die im festspeicher blieb

ich vernetzt uns per w-lan
erst kam kein okay an
du kanntest mein alter
und den downloadschalter

du fürchtetest viren
ließt´ dich nicht verführen
doch du musstest riskieren
meine spyware zu spüren

hatte software genug
kam voran zug um zug
doch als die lücke entdeckt
war die hardware defekt

Published in: on 17. Februar 2010 at 11:58  Schreibe einen Kommentar  
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zudringlich

   

wenn ich
wie so oft
versage
und das aus dem zylinder gezauberte kaninchen

danach
leichenstarr in stiller grube versenke
tritt sie durch eine wand

sie spricht nicht
sie lächelt voll verständnis
ihre augen locken

hab ichs nicht gleich gesagt
sie ist dabei
unendlich schön
ich kann meinen blick
nicht abwenden

wenn ich sie
anschreie
ich will dich nicht
lächelt sie

gütiger noch als zuvor
und eröffnet mir
ausblicke
auf ihre hügel und täler

fast schon so starr
wie mein kaninchen
lasse ich mich
entblößen
und sie kommt über mich

eine wohnung
in der großstadt
doch gerade
wenn mein nackter hals
sich dem biss hingibt
bekräht ein hahn
den morgen

Published in: on 12. Februar 2010 at 12:03  Schreibe einen Kommentar  
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jugendliebe

   

wenn ich dir wieder begegne

wie viele tode

wirst du gestorben sein

und wie viel mal

wieder geboren

als dein DU nummer n

und andere haben dir

den klaps auf den nackten gegeben

damit du ja

ja schriest

zu etwas was du

noch gar nicht kanntest

 

ich

bin natürlich

derselbe geblieben

weil ich nur

einer schlange gleich

juckende häute abstreifte

 

seltsam

 

dein blick fragt

wie viele tode

ich wohl gestorben sei

und wie viel mal

wieder geboren …

Published in: on 11. Februar 2010 at 12:05  Schreibe einen Kommentar  
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liebe ist quatsch

   

noch immer möcht´ manchmal ich reimen auf rosen
rechtzeitig stopp ich 
das ging´ in die hosen
 

ich lausche so gerne himmlischen klängen
der flöte des pan mit schmelzgesängen
krampfhaft beschwör ich dein früh´res gesicht
doch schöne reime erweckt mir das nicht
 

wann habe ich nur den glauben verloren
bin innerlich glühend zitternd erfroren
heut ist mein ohr schon längst nicht mehr offen
für melodisches träumen und schluchzendes hoffen
 

noch fehlt mir das wort
das letzte für nie
kommt es spanisch mir vor oder cheerokee
doch klingt mir der laut schon nicht mehr fremd
ein herz taut nicht auf ohne fleck auf dem hemd

Published in: on 10. Februar 2010 at 10:13  Schreibe einen Kommentar  
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