Ein Arschgedicht

   

Lebte ich am arsch des mondes

hätte ich es gut oh mann

weil wer will am arsch des mondes

ewig lichtlos leben kann

 

bräuchte nicht den mund zum sprechen

um zu kuschen ja mein herr

müsste keine qualen rächen

nicht um hilfe rufen mehr

 

keine hand mit knochenfingern

bräuchte einen griff zu tun

stürme ließen mich nicht schlingern

könnte festgewachsen ruhn

 

bräuchte weder aug noch ohren

müsste sehen nicht und hör´n

keine seele die verloren

könnte meinen frieden stör´n

 

doch ich leb am arsch der erde

klar dass ich da wütend werde

schlägt man weiter mein gesicht

schieß zurück ich per gedicht

 

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Published in: on 5. März 2010 at 08:44  Schreibe einen Kommentar  
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ans fäustchen

  du hast mir dein blut schon gegeben
nun musst du als dichter auch leben
und weisere worte mir weben

war ichs der fragte was die welt
im innersten zusammenhält
ists einst vorbei mit gier und geld?

du trottel bist es doch gewesen
der bohrte nach der menschen wesen
als sei er dafür auserlesen

der gnadenlos mit dem gedicht
den kläger spielt wie beim gericht
obwohl er so ein kleiner wicht

die menschheit pfeift auf deinen rat
die treibt ganz anderes zur tat
und turnt so taub auf schmalem grat

sie anzurufen ist dein wille
bevor sie kommt die große stille?
geh schluck der einsicht bittre pille
in der destille
in der destille

 

Published in: on 19. Januar 2010 at 15:29  Schreibe einen Kommentar  
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Und schriebe ich Gedichte …

… so sähen die aus wie ich

an einem abend verkümmert

am nächsten königlich

am morgen frisch gewaschen

schon mittags mitunter ein gnom

vollkommen unvollkommen

dann wieder wie ein dom

pathetisch erhabene worte

mit sich selbst verspottendem sinn

dazwischen ein wenig mimose

die ich gelegentlich bin

ein eingebildeter dichter

der eingebildet nicht ist

doch im großen wie im kleinen

wärmendes wahres vermisst.

Ein bisschen frieden alleine

hat mir noch niemals gereicht,

warum nur bin ich das aber

das hofft und misst und vergleicht

das mit der sonne geweihter

und narbengeschmückter haut

im allerdunkelsten winkel

sich leuchtende zukünfte baut

lebenserhaltende träume

bei nachtwolkenfinsterem licht

im regen stehend erklär ich

gedichte die schreibe ich nicht

Und schriebe ich Gedichte …

 

… so sähen die aus wie ich

an einem abend verkümmert

am nächsten königlich

am morgen frisch gewaschen

schon mittags mitunter ein gnom

vollkommen unvollkommen

dann wieder wie ein dom

pathetisch erhabene worte

mit sich selbst verspottendem sinn

dazwischen ein wenig mimose

doch im großen wie im kleinen

wärmendes wahres vermisst.

 

Ein bisschen frieden alleine

hat mir noch niemals gereicht,

warum nur bin ich das aber

das hofft und misst und vergleicht

das mit der sonne geweihter

und narbengeschmückter haut

im allerdunkelsten winkel

sich leuchtende zukünfte baut

lebenserhaltende träume

bei nachtwolkenfinsterem licht

 

im regen stehend erklär ich

gedichte die schreibe ich nicht

Published in: on 18. Januar 2010 at 15:19  Comments (1)  
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Trauriges Kampflied

   

Werde ich zum markt getragen

schaue ich so traurig aus

denn ich fühl mich nirgends sicher

menschen sehn wie schlachter aus

gebt mir eine lanze

mühlen überall

wenigstens ging ich aufs ganze

kämpfte bis zum fall

Don oh Don oh Don Quichoote, Don, oh Don, oh Don Qichott´

Don oh Don oh Don Quichoote, warum nicht der Lanzelot

oben fliegt der storch nach süden

kommt zurück wenns ihm gefällt

warum hab ich keine flügel

zu entfliehn der kalten welt

gebt mir eine lanze …

Don oh Don …

Werde ich zum markt getragen

sind die arme federlos

und ich schwenk sie auf und nieder

ach wäre ich ein vogel bloß

gebt mir eine lanze…

Don oh Don oh Don Quichoote,…

Published in: on 2. Januar 2010 at 05:59  Schreibe einen Kommentar  
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empath

  

Meine haut
kräuselt sich
ich kann nicht schlafen vor
stummen schmerzensschreien
nach stromstößen
der folterer

hände gebunden
kopf ins wasser
letzte blasen

verbrauchter luft
entfliehen

ich sehe mich
wieder zum fühlen belebt
sterben 
und bin noch nicht
tot

Published in: on 2. Januar 2010 at 05:56  Schreibe einen Kommentar  
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Bühne frei!

   

Aus den rauchringen

des in versmogter zeit

verkohlenden geistes

berge ich tränenden auges

laub

ungekeimter bäume

 

im halbschlaf

peitsche ich den spukenden stumpf

den der sturm

aus dem ufersand riss

mit garn

das keinen ausweg weist

 

unter der maske des clowns

nehme ich platz

auf hufzerwirbelten sägespänen

streichle

mit schwebenden händen

unsichtbare kinderköpfe

und borge mir

bis zum morgendunst

 

vergessen

Published in: on 2. Januar 2010 at 05:54  Schreibe einen Kommentar  
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empfängnis

   

dein abschied

schwängerte mich

mit traurig schönen melodien

unglücklich darüber

bin ich nicht

aber

im zehnten monat

komm wieder

 

Published in: on 2. Januar 2010 at 05:52  Schreibe einen Kommentar  
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vom aber

   

mein kindergartenlieblingswort

in humus gesteckt und

fleißig angegossen

hüllt mich heute

als immergrüner

aberblütenbaum

in schützenden schatten

 

manchmal

aber

ersehne ich

bräunende lichtstrahlen

auf ungeschützter haut

 

mein baum aber meint

nur aus dem schatten

heraus

sehe man weit

Published in: on 1. Januar 2010 at 19:08  Comments (1)  
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Neruda über mir…

   

Den menschen

brachtest du

das feuer großer worte

an kordillerenfelsen geschmiedet

dem schnabel des kondors preisgegeben

fallen fasern

deines nachwachsenden fleisches

auch

in meinen mund

 

kläglich quellen sie

zu traurig kleinen gesängen

Published in: on 1. Januar 2010 at 15:59  Comments (1)  
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Hanoier Traum

  

Trotzte ich

dem reißzahn der zeit –

steinern

eine säule auf dem rücken

diesen schildkröten gleich

ich schenkte dir

dichter

taifunaugen

die besseren worte darin zu sehen

griffe deine hände

gemeinsam

gemächlichen schritts

das neue ufer

zu erschreiben

wir ertrügen

heutiges wissen

das uns noch nicht

narbte

nach neunundneunzig stürzen

kämen an

bei uns und

über wunden

wüchse haut

 

Published in: on 1. Januar 2010 at 15:57  Schreibe einen Kommentar  
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