abends

   

ich strecke

virtuelle hände

in den raum

du nimmst meinen

geheimnisvollen namen

ich schenke dir

eine erdachte geschichte

ein heißes gedicht

du gibst

unbezahlbares

zuhören

ich spreche mit

mir

verstehe mich nicht

du beantwortest

was ich nicht fragte

müde

ein knopfdruck

mein raum

hat wieder

rauhfasertapeten

um zwanzig meter

im quadrat

ich teile mein bett mit

meiner sprachlosigkeit

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Published in: on 21. Februar 2010 at 11:48  Schreibe einen Kommentar  
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angebot

   

gegen den wind

so muss ich leben

was soll ich es preisen

oder beweisen

so bin ich eben

 

brauchst du eine hand

hör auf sie zu falten

und gib mir die chance

dich festzuhalten

 

wie soll ichs wissen

wenn du nicht fragst
die verborgenen wünsche

mir nicht sagst

 

diese eine nacht

ist verletzten gemacht

in ihrem schmerz

also komm bitte komm

und brich mir das herz

Published in: on 20. Februar 2010 at 11:50  Schreibe einen Kommentar  
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ins licht

   

lass die lockende liebe

die sich nicht setzt

pfauenaugenbunt

dich nur wirbelnd zerfetzt

 

im alten schrank

romanzt die klamotte

als vom licht überraschte

kleidermotte

 

sie frisst bis als adam

ich vor dir stehe

und du mich siehst

wie ich dich sehe

 

ich schenke dir zeit

mein ganzes leben

versponnen lass uns

wäsche weben

 

doch jetzt komm zu mir

in kleidern nur

die zur hochzeit dir schenkte

mutter natur

 

Published in: on 19. Februar 2010 at 11:52  Schreibe einen Kommentar  
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vom oktopussieren

   

knochig und steif ja das sind meine
um deinen körper sich windenden beine
wie mühsam umklammre ich dich
bereit
für den einen moment der eins-samkeit

ach hätten wir nur der arme acht 
ineinander verschlungen in solcher nacht
dass von außen man nur noch erkennen kann
eine glühende kugel im ozean

du aber sähst uns im salzwasserschmutz
glubschäugig mich und im fluchttintenschutz
denn wo gäb es solche orgasmusse
für saugnapfbenarbte oktopusse

Published in: on 18. Februar 2010 at 11:56  Schreibe einen Kommentar  
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ungeschützter verkehr

   

 auf meiner konsole
da tipp´ ich das hohle
gedicht von der lieb´
die im festspeicher blieb

ich vernetzt uns per w-lan
erst kam kein okay an
du kanntest mein alter
und den downloadschalter

du fürchtetest viren
ließt´ dich nicht verführen
doch du musstest riskieren
meine spyware zu spüren

hatte software genug
kam voran zug um zug
doch als die lücke entdeckt
war die hardware defekt

Published in: on 17. Februar 2010 at 11:58  Schreibe einen Kommentar  
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zwielicht

  

ich bin der schatten
an deiner wand
lösch es nicht
das licht

dunkel
ohne schatten
zerbricht

mein gedicht

und leer

bleibt deine hand

Published in: on 16. Februar 2010 at 11:59  Schreibe einen Kommentar  
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kälteeinbruch

   

ich renne

in saunarote haut gehüllt

hinaus in

ewiges eis

brülle deinen namen

forme ihn

zum ball

rolle ihn

über verdeckte wege

umarme

den fertigen schneemann

 

im sturm erstarrend

fürchte ich

frühlingshauch

Published in: on 14. Februar 2010 at 12:02  Schreibe einen Kommentar  
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zudringlich

   

wenn ich
wie so oft
versage
und das aus dem zylinder gezauberte kaninchen

danach
leichenstarr in stiller grube versenke
tritt sie durch eine wand

sie spricht nicht
sie lächelt voll verständnis
ihre augen locken

hab ichs nicht gleich gesagt
sie ist dabei
unendlich schön
ich kann meinen blick
nicht abwenden

wenn ich sie
anschreie
ich will dich nicht
lächelt sie

gütiger noch als zuvor
und eröffnet mir
ausblicke
auf ihre hügel und täler

fast schon so starr
wie mein kaninchen
lasse ich mich
entblößen
und sie kommt über mich

eine wohnung
in der großstadt
doch gerade
wenn mein nackter hals
sich dem biss hingibt
bekräht ein hahn
den morgen

Published in: on 12. Februar 2010 at 12:03  Schreibe einen Kommentar  
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jugendliebe

   

wenn ich dir wieder begegne

wie viele tode

wirst du gestorben sein

und wie viel mal

wieder geboren

als dein DU nummer n

und andere haben dir

den klaps auf den nackten gegeben

damit du ja

ja schriest

zu etwas was du

noch gar nicht kanntest

 

ich

bin natürlich

derselbe geblieben

weil ich nur

einer schlange gleich

juckende häute abstreifte

 

seltsam

 

dein blick fragt

wie viele tode

ich wohl gestorben sei

und wie viel mal

wieder geboren …

Published in: on 11. Februar 2010 at 12:05  Schreibe einen Kommentar  
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liebe ist quatsch

   

noch immer möcht´ manchmal ich reimen auf rosen
rechtzeitig stopp ich 
das ging´ in die hosen
 

ich lausche so gerne himmlischen klängen
der flöte des pan mit schmelzgesängen
krampfhaft beschwör ich dein früh´res gesicht
doch schöne reime erweckt mir das nicht
 

wann habe ich nur den glauben verloren
bin innerlich glühend zitternd erfroren
heut ist mein ohr schon längst nicht mehr offen
für melodisches träumen und schluchzendes hoffen
 

noch fehlt mir das wort
das letzte für nie
kommt es spanisch mir vor oder cheerokee
doch klingt mir der laut schon nicht mehr fremd
ein herz taut nicht auf ohne fleck auf dem hemd

Published in: on 10. Februar 2010 at 10:13  Schreibe einen Kommentar  
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