Ground Zero

   

Auf mein fenster

in den zwillingstürmen

des neuen jahrtausends

rasen jets

mit banknotentragflächen

zu

 

sinnlos sehend

hauche ich

feuchten atem

gegen die scheibe

 

meinem welten komponierenden hirn

vergeht die vernetzung

mit netten noten

 

rettungsfallschirme

aus kampfanzugstoff

verdecken jede sicht

 

kein fahrstuhl führt

weg von fernsehkalten tagen

in den heizungskeller

 

vielleicht

bleiben

abdrücke meiner flüchtenden füße

im erstarrten brei

des treppenhauses

 

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Published in: on 4. April 2010 at 06:56  Schreibe einen Kommentar  
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Der Kanarienvogel

   

Der kunde ists für den er singt

am kunstbaum auf und nieder springt

zumindest aus des händlers warte

in dessen lebendviehzeugsparte

der vogel wollt mit seinen weisen

als männlich sich den weibchen preisen

viel leiser wird’s als umgewandelt

er in den preis der ausgehandelt

der letzte große ausverkauf

beendet dieses ladens lauf

dem händler reicht nun – piep sei dank –

das geld zur disc voll vogelsang

Published in: on 25. März 2010 at 07:17  Comments (1)  
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von der klugheit des besitzes

   

Der sohnemann ganz traurig scheint
er tut grad so als ob er weint
dann zeigt er seinen test in mathe
ne sechs steht drunter eine glatte

was stört es dich strohdoof zu sein
mach später künstler mach design
und deine frau kreiert in mode
das geld kennt keine antipode

Ich frage dich mein lieber sohn
was brauchst du schon die divi-sion
für uns zählt nur am letzten ende
was du bekommst als divi-dende

 

 

Published in: on 2. März 2010 at 08:17  Comments (1)  
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Nach der Geldzeit

 

1

 

Ich stell mir vor worauf man dann

gäb es kein geld verzichten kann

 

da hätten erstmal klar die banken

die aktienhorter abzudanken

 

wir brauchten keine steuern klären

nicht börsenfuzzis zu ernähren

 

2

 

kein grenzer würde übrig bleiben

es wär egal was wir wo treiben

 

kein polizist hätt´seine not

mit denen ohne täglich brot

 

nur kleine reste würden alt

bei schlichtung ohne staatsgewalt

 

3

 

kein phrasenfreund im parlament

verdirbt der tage happy end

 

kein betteln kriechen „Hartz“almosen

zernagt´ den „wert“ von „arbeitslosen“.

 

kein wochenwerk gehasster stunden

wär „unternehmerisch“ verschwunden

 

4

 

ob Chrysler Kia BMW

sie tun der erde nicht mehr weh

 

als frage auch im autofalle

bleibt nur was gut wär für uns alle

 

wär das profitinteresse weg

ersparte das viel umweltdreck

 

5

 

was tausend kriege schon vernichtet

wird zwar nie wieder neu errichtet

 

doch wärn sie weg die vielen waffen

die tote krüppel trümmer schaffen

 

weil niemand der sie fabrizierte

noch auf dem erdball existierte

 

6

 

tat früher sehr viel arbeit not

um abzusichern täglich brot

bleibt nicht stupides buckeln klotzen

je mehr vor technik wir nur strotzen

 

wie wenig arbeit könnte reichen

die welt an reichtum anzugleichen

 

das erdengut wir werdens teilen

gemeinsam kreativ verweilen

einander nicht mehr fertigmachen

worüber fremde konten lachen

 

7

 

glaubt ihr dann gäb es nichts zu tun

ein jeder würde geldfrei ruhn?

 

man ränge auf dem erdenrund

dass wer da lebt auch wär gesund

 

dafür dann lohnten sich auch mühen

wer wollt´nicht vor ideen sprühen

 

8

 

wär keiner arm und keiner reich

wär überall ein jeder gleich

 

man malte schriebe musizierte

man spielte lernte phantasierte

gemeinsam mal und mal alleine

man hülfe nachbarn auf die beine…

 

welch leben voller poesie

dahin kommt heut´ nicht fantasie

 

9

 

ich stell mir vor was alles dann

gäb es kein geld sich ändern kann

 

doch bin ich dafür leider zu allein

das muss ein werk von vielen sein

 

wie viel könnt mensch wohl noch erreichen

zerstörte er nicht seinesgleichen

 

 

Published in: on 2. Februar 2010 at 09:31  Schreibe einen Kommentar  
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Aladin

 

Am teppich dem weichen

deute ich geheime zeichen

woran sonst sollt´ es denn liegen

wenn welten zu mir fliegen

 

treib ich abends auf ihm sport

versetzt mich das an manchen ort

der hier nicht ist vielleicht im morgen

verjagt sind einfach alle sorgen

 

geldlos herrlich abgehoben

möcht ich alles leben loben

schäume bilder immer bunter

 

das finanzamt holt mich runter

Published in: on 1. Januar 2010 at 15:50  Comments (1)  
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pegasus turtelt

 

Ich lerne das fliegen
es ist gar nicht schwer
ich brauche nicht flügel
einen stift nur – nicht mehr
 

ich lerne das fliegen
ach komm einfach mit
krall dich bei mir fest
ich fühle mich fit
 

kommt einmal die zeit
und ich stürze ab
dann landen wir beide
in feuchtkaltem grab

solange jedoch
gehört uns die welt
wir lassen den andern
das verlangen nach geld

 

Published in: on 1. Januar 2010 at 15:45  Schreibe einen Kommentar  
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