Mückarus

   

Ich wäre gern im regenwald und auch am Gelben Fluss,

am Rio Grande Nord und Süd bevor es heißt ´s ist schluss

ich breitete die schwingen aus und flöge einfach los

wenn ich denn will dann ist für mich kein ziel der welt zu groß

warum nur sagst du zügle dich! ich sei doch nur ein mück

komm einfach mit versuch es doch ein klitzekleines stück

hier lockt mich nicht der schweißgeruch nicht altbekanntes blut

solch leben gibt’s auch anderswo und mindestens so gut

was bist du für ein Dädalus der klebt an dem was geht

ich ahne unsern Winter schon dann sind wir zwei verweht

denkst du dass ich im meer ertränk hoch oben wohl erfrör

denkst du dass ich im fernewahn die richtung gleich verlör?

bald komm ich an in Schönefeld mit technik groß und breit

die hebt mich hoch vom boden ab zur erde andern seit´

tief unten stört kein ozean im flugzeug als versteck

ich breite meine flügel aus und sirre einfach weg

Advertisements
Published in: on 26. März 2010 at 07:15  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , ,

rentnergeburtstag

 

was gibt es schöneres auf erden
als jenen tag zum älter werden
das feiern ist ein alter brauch
und älter werden andre auch

das ende von den jugendjahren
ist dir vor zeiten widerfahren
nun siehst du in der gäste blick
die hoffnung auf ein erbschaftsstück

sie fressen deinen festtagsbraten
und stochern heuchelnd in salaten
so bleibt dir eine hoffnung blos
beim abwasch bist du sie dann los

drum tröste dich mit guten tropfen
versuch noch neues freizuklopfen
dein glück das musst du selbst verwalten
die andern sehn nur deine falten

 

 

Published in: on 3. März 2010 at 07:46  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , ,

An Johannes R.

   glück ists
im rechten augenblick zu sterben
nicht anzusehen
wie die erste saat zerstört
zuletzt noch fühlen dürfen
was du kannst vererben
und glauben
wem die welt gehört

die zukunft wird so licht
wenn tiefen durchgestanden
die kraft des ich-magneten siegte scheinbar nicht
du sahst den sog des wir den alle fanden
der prägen würde nächster zeit gesicht

das fundament der hoffnung musste halten
es war so vieles neues zu gestalten
und in des vorwärts träumens augenblick
holt´ unsre erde dich zu sich zurück

ein wicht wie ich ist nur zurück geblieben
und fragt wie kann ich jene menschen lieben
die der geschichte rad nach rückwärts drehten
die leicht zertraten was die deinen säten

 doch hoff ich auf noch unentdeckten sinn
dass ich im heute und am leben bin

 

Published in: on 26. Februar 2010 at 11:26  Comments (3)  
Tags: , , , , ,

Ahasver

   

Wie langsam dreht sich doch die welt

 

nicht dass wer wunder glauben macht

ihr einen wandel mag verpassen

seh ich doch die

die selber unterdrückt

nicht von den katzentischalmosen lassen

 

bist du der mann der meint

solch hürde wär ihm klein

du hättst die kraft

die Menschheit zu erlösen

allein mit deinem wort

und gehst vorbei an uns

entrückt trotz kreuzeslast gelassen

du lächelst zu dem bösen

im wissen du gehst fort

 

warum nimmst du nicht pein

von dir und und mir und allgemein

wenn du der wunder mächtig bist

der augenblick ist günstig

sie zu zeigen

es ist dem alten volke Davids keine zier

sich unterwürfig vor den herren zu verneigen

 

wirf ab das kreuz und sprich zu menschen die

alltäglich werken

mit und ohne eil

dass hier kein oben

und kein unten bleibe

dass jeder der sein bestes gibt

wie viel dies immer sei

vom Laibe

bekommen möge seinen Teil

 

wie widerst du mich an

dass du vergibst

was menschen wölfisch macht

dass du behauptest

dass du alle liebst

und lässt sie doch zurück

in ihres geistes nacht

 

natürlich bin ich schlecht und ohne herz

durch eignen kummer abgestumpft

für deinen fremden schmerz

ein wolf voll täglicher gewalt

von meinen dreizehn kindern wurde keines alt

 

du sagst ich solle meine feinde lieben?

es sei egal was sie mit mir getrieben?

dein ganzes reden hätt´ nur sinn

vergäbst du mir so wie ich bin

 

sieh

der propheten gab es viel in diesem land

und keiner drunter

der für meinesgleichen hilfe fand

du tust als wolltest liebe du verteilen

ich bräuchte sie und seh dich nicht verweilen

 

so mag er auf mich kommen dieser fluch

wenn du nicht der sein willst der aufbegehrt

das wär´ mir gar unendlich langes leben wert

und dass das blut von

immer wieder neuen wunden färbt mein tuch

 

wer weiß wann jener tag wird kommen

an dem für jeden gleich gerechtigkeit geschieht

und dieses wort vergessen wird

weil niemand etwas andres sieht

ich werde kämpfen

rastlos tag für tag

und dabei immer neue kampfgefährten finden

obwohl

so manchen wird der glaube an die lüge binden

als obs das kuschen wäre das er mag

wenn’s ihn zum golde

das er gerne hätte

zieht

 

ich halte nichts vom hoffen auf den tod

anstatt zu kämpfen gegen jede not

man wird mich treffen in verschiedensten gestalten

für mich niemals im beten hände falten

 

jahrhundert um jahrhundert werd ich sucher sein

kein gnadentod soll mich erlösen

den hass der macht

der dummheit trage ich allein

in keinem grab werd ich verwesen

wie könnte ich verzagen mir verzeihn

bevor die menschen bessre bücher lesen

 

ein freies volk wird kommen

schaffen

bauen

auf seiner kinder zukunft

ohne ängste schauen

die menschheit

die dann reift

die möcht ich sehn

und hoffe wenn sie wirklich einst erreicht

ihr leben deinem

nach dem tode gleicht

dass du mich dann

nicht zwingst

zu gehn

Published in: on 25. Februar 2010 at 11:33  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , , , ,

weisheit

   

hast du grad einen guten tag

an dem man deine macken mag

und SIE in deinem laken lag


und willst du es noch gar nicht glauben

du kriegst doch immer saure trauben

und kannst dir keinen spaß erlauben


dann trau auch diesem augenblick

denk später gern an ihn zurück

genießt vom pech du´s nächste stück

Published in: on 22. Februar 2010 at 11:45  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , ,

Dem Mahnenden

   

Frisch gehäutet

erwarte ich dich

am apfelbaum

 

mein rucksack

noch

gestopft mit verletzungen

die ich

blind sehend angerichte

nicht alle fehler

die mir zu schwer geworden

lassen sich leicht

abwerfen

 

ich schlüpfe im weiterwandern

in neue namen

hinauf zur quelle am gipfel

finde sie

oder mich

oder beides

oder nichts davon

 

 

Published in: on 2. Januar 2010 at 06:53  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , , ,

selbstsicher

   

Ein mann sah in den spiegel

wär ich

rief er entsetzt

so hässlich

wie der da

würd ich mir glatt

das leben nehmen

sprachs

und lebte glücklich weiter

Published in: on 2. Januar 2010 at 06:45  Schreibe einen Kommentar  
Tags: , ,