lucifers lehre

  

es hockt´ ein engel wunderbar
in einer grauen ecke
bis plötzlich wurd ihm sonnenklar
dass er sich nur verstecke

in allen welten unbekannt
dass er ein engel wäre
wie war er traurig so verkannt
ganz ohne engel-ehre

er hat ein schildchen fabriziert
auf dem groß ENGEL stand
damit man leicht identifiziert
als engel ihn im land

wie trieb er marketing danach
dass jeder sollt´ es lesen
er schriebs und blies es und er sprach
er provozierte jeden krach
er merkte nicht dass nach und nach
ihm schwärzte sich das wesen

die lehre folgt jetzt hintenan
bist du ein engel denke dran
dass niemand wird es merken
kommts dir auf macht und ehren an
musst du als teufel werken

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Published in: on 6. März 2010 at 07:49  Comments (1)  
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Ein Arschgedicht

   

Lebte ich am arsch des mondes

hätte ich es gut oh mann

weil wer will am arsch des mondes

ewig lichtlos leben kann

 

bräuchte nicht den mund zum sprechen

um zu kuschen ja mein herr

müsste keine qualen rächen

nicht um hilfe rufen mehr

 

keine hand mit knochenfingern

bräuchte einen griff zu tun

stürme ließen mich nicht schlingern

könnte festgewachsen ruhn

 

bräuchte weder aug noch ohren

müsste sehen nicht und hör´n

keine seele die verloren

könnte meinen frieden stör´n

 

doch ich leb am arsch der erde

klar dass ich da wütend werde

schlägt man weiter mein gesicht

schieß zurück ich per gedicht

 

Published in: on 5. März 2010 at 08:44  Schreibe einen Kommentar  
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Wintergedicht

   

Liebe gute schneeballflocke

sieh wie ich am fenster hocke

seh dich draußen lustig tanzen

bin erkältet ptschi im ganzen

 

oh wie quält mich husten fieber

ich wär draußen auch viel lieber

möchte frei sein so wie du

tobte rum hätt keine ruh

 

ach wie quält mich omama

ist schon mit ner decke da

mit dem fieberthermometer

mit dem spruch „ins bettchen peter!“

 

warte nur du weißer schuft

bald hat meine nase luft

sonne lacht in stiefeln patsch

ich herum und du bist matsch

Published in: on 4. März 2010 at 07:42  Schreibe einen Kommentar  
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rentnergeburtstag

 

was gibt es schöneres auf erden
als jenen tag zum älter werden
das feiern ist ein alter brauch
und älter werden andre auch

das ende von den jugendjahren
ist dir vor zeiten widerfahren
nun siehst du in der gäste blick
die hoffnung auf ein erbschaftsstück

sie fressen deinen festtagsbraten
und stochern heuchelnd in salaten
so bleibt dir eine hoffnung blos
beim abwasch bist du sie dann los

drum tröste dich mit guten tropfen
versuch noch neues freizuklopfen
dein glück das musst du selbst verwalten
die andern sehn nur deine falten

 

 

Published in: on 3. März 2010 at 07:46  Schreibe einen Kommentar  
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von der klugheit des besitzes

   

Der sohnemann ganz traurig scheint
er tut grad so als ob er weint
dann zeigt er seinen test in mathe
ne sechs steht drunter eine glatte

was stört es dich strohdoof zu sein
mach später künstler mach design
und deine frau kreiert in mode
das geld kennt keine antipode

Ich frage dich mein lieber sohn
was brauchst du schon die divi-sion
für uns zählt nur am letzten ende
was du bekommst als divi-dende

 

 

Published in: on 2. März 2010 at 08:17  Comments (1)  
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fast geschafft

   

Der philosoph kann es nicht fassen
Xanthippe will ihn glatt verlassen
er lächelt bei dem abschied stumm
da dreht das weib sich zögernd um

 

die arme wedeln unentwegt.
ich habs mir sagt sie überlegt
vielleicht ists besser dass ich bliebe
nach so viel jahren voller liebe

 

was packt den Sokrates der schreck
die ganze schöne hoffnung weg
nur schüchtern wendet er noch ein
hofft kaum noch auf das einsamsein

 

du möchtest lieber mich behalten
trotz meiner runzeln macken falten?
dich mit mir streiten dann und wann
obwohl ich oft nicht richtig kann?

 

du möchtest mich für alles haben
dich an mir weich wie knorrig laben
hast was du tatst mir längst vergeben?
willst du denn ewig an mir kleben?

 

… dir widersprechen?! … nie im leben!“

 

Published in: on 1. März 2010 at 08:26  Schreibe einen Kommentar  
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Ich wünsch mir keinen Freund

 

Ich wünsch mir keinen freund

die welt dreht sich

ohne

allein

um mich

 

ich wünsch mir keinen freund

wer mir sagt

ohne

ich hätte alles gut gemacht

lädt mich ein

ihm unbedarft eitel

glatt zu glauben

 
ich wünsch mir keinen freund

niemandem bliebe ich

ohne

greisenalt

kind

meine fehler

behielte ich

für mich


ich wünsch mir keinen freund

alles andere

kann man

ersetzen

Published in: on 28. Februar 2010 at 11:15  Schreibe einen Kommentar  
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einem kommunisten

 

 immer wieder
hat man dich
knapp verfehlt
nicht erschossen
nicht erschlagen
nicht gedreht

immer wieder
hast du neu gelernt
auch das gute
findet falsche führer

die wege

zur wüste wenden

immer wieder
wahrtest du
wasser

für oasen im sand

irgendwann
stolpern deine beine
über den fernen
lichten horizont

an geschändetes wissen
glaubend
wünsche ich dir
erlösung

Published in: on 27. Februar 2010 at 11:21  Schreibe einen Kommentar  
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An Johannes R.

   glück ists
im rechten augenblick zu sterben
nicht anzusehen
wie die erste saat zerstört
zuletzt noch fühlen dürfen
was du kannst vererben
und glauben
wem die welt gehört

die zukunft wird so licht
wenn tiefen durchgestanden
die kraft des ich-magneten siegte scheinbar nicht
du sahst den sog des wir den alle fanden
der prägen würde nächster zeit gesicht

das fundament der hoffnung musste halten
es war so vieles neues zu gestalten
und in des vorwärts träumens augenblick
holt´ unsre erde dich zu sich zurück

ein wicht wie ich ist nur zurück geblieben
und fragt wie kann ich jene menschen lieben
die der geschichte rad nach rückwärts drehten
die leicht zertraten was die deinen säten

 doch hoff ich auf noch unentdeckten sinn
dass ich im heute und am leben bin

 

Published in: on 26. Februar 2010 at 11:26  Comments (3)  
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Ahasver

   

Wie langsam dreht sich doch die welt

 

nicht dass wer wunder glauben macht

ihr einen wandel mag verpassen

seh ich doch die

die selber unterdrückt

nicht von den katzentischalmosen lassen

 

bist du der mann der meint

solch hürde wär ihm klein

du hättst die kraft

die Menschheit zu erlösen

allein mit deinem wort

und gehst vorbei an uns

entrückt trotz kreuzeslast gelassen

du lächelst zu dem bösen

im wissen du gehst fort

 

warum nimmst du nicht pein

von dir und und mir und allgemein

wenn du der wunder mächtig bist

der augenblick ist günstig

sie zu zeigen

es ist dem alten volke Davids keine zier

sich unterwürfig vor den herren zu verneigen

 

wirf ab das kreuz und sprich zu menschen die

alltäglich werken

mit und ohne eil

dass hier kein oben

und kein unten bleibe

dass jeder der sein bestes gibt

wie viel dies immer sei

vom Laibe

bekommen möge seinen Teil

 

wie widerst du mich an

dass du vergibst

was menschen wölfisch macht

dass du behauptest

dass du alle liebst

und lässt sie doch zurück

in ihres geistes nacht

 

natürlich bin ich schlecht und ohne herz

durch eignen kummer abgestumpft

für deinen fremden schmerz

ein wolf voll täglicher gewalt

von meinen dreizehn kindern wurde keines alt

 

du sagst ich solle meine feinde lieben?

es sei egal was sie mit mir getrieben?

dein ganzes reden hätt´ nur sinn

vergäbst du mir so wie ich bin

 

sieh

der propheten gab es viel in diesem land

und keiner drunter

der für meinesgleichen hilfe fand

du tust als wolltest liebe du verteilen

ich bräuchte sie und seh dich nicht verweilen

 

so mag er auf mich kommen dieser fluch

wenn du nicht der sein willst der aufbegehrt

das wär´ mir gar unendlich langes leben wert

und dass das blut von

immer wieder neuen wunden färbt mein tuch

 

wer weiß wann jener tag wird kommen

an dem für jeden gleich gerechtigkeit geschieht

und dieses wort vergessen wird

weil niemand etwas andres sieht

ich werde kämpfen

rastlos tag für tag

und dabei immer neue kampfgefährten finden

obwohl

so manchen wird der glaube an die lüge binden

als obs das kuschen wäre das er mag

wenn’s ihn zum golde

das er gerne hätte

zieht

 

ich halte nichts vom hoffen auf den tod

anstatt zu kämpfen gegen jede not

man wird mich treffen in verschiedensten gestalten

für mich niemals im beten hände falten

 

jahrhundert um jahrhundert werd ich sucher sein

kein gnadentod soll mich erlösen

den hass der macht

der dummheit trage ich allein

in keinem grab werd ich verwesen

wie könnte ich verzagen mir verzeihn

bevor die menschen bessre bücher lesen

 

ein freies volk wird kommen

schaffen

bauen

auf seiner kinder zukunft

ohne ängste schauen

die menschheit

die dann reift

die möcht ich sehn

und hoffe wenn sie wirklich einst erreicht

ihr leben deinem

nach dem tode gleicht

dass du mich dann

nicht zwingst

zu gehn

Published in: on 25. Februar 2010 at 11:33  Schreibe einen Kommentar  
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