An Johannes R.

   glück ists
im rechten augenblick zu sterben
nicht anzusehen
wie die erste saat zerstört
zuletzt noch fühlen dürfen
was du kannst vererben
und glauben
wem die welt gehört

die zukunft wird so licht
wenn tiefen durchgestanden
die kraft des ich-magneten siegte scheinbar nicht
du sahst den sog des wir den alle fanden
der prägen würde nächster zeit gesicht

das fundament der hoffnung musste halten
es war so vieles neues zu gestalten
und in des vorwärts träumens augenblick
holt´ unsre erde dich zu sich zurück

ein wicht wie ich ist nur zurück geblieben
und fragt wie kann ich jene menschen lieben
die der geschichte rad nach rückwärts drehten
die leicht zertraten was die deinen säten

 doch hoff ich auf noch unentdeckten sinn
dass ich im heute und am leben bin

 

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Published in: on 26. Februar 2010 at 11:26  Comments (3)  
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Ahasver

   

Wie langsam dreht sich doch die welt

 

nicht dass wer wunder glauben macht

ihr einen wandel mag verpassen

seh ich doch die

die selber unterdrückt

nicht von den katzentischalmosen lassen

 

bist du der mann der meint

solch hürde wär ihm klein

du hättst die kraft

die Menschheit zu erlösen

allein mit deinem wort

und gehst vorbei an uns

entrückt trotz kreuzeslast gelassen

du lächelst zu dem bösen

im wissen du gehst fort

 

warum nimmst du nicht pein

von dir und und mir und allgemein

wenn du der wunder mächtig bist

der augenblick ist günstig

sie zu zeigen

es ist dem alten volke Davids keine zier

sich unterwürfig vor den herren zu verneigen

 

wirf ab das kreuz und sprich zu menschen die

alltäglich werken

mit und ohne eil

dass hier kein oben

und kein unten bleibe

dass jeder der sein bestes gibt

wie viel dies immer sei

vom Laibe

bekommen möge seinen Teil

 

wie widerst du mich an

dass du vergibst

was menschen wölfisch macht

dass du behauptest

dass du alle liebst

und lässt sie doch zurück

in ihres geistes nacht

 

natürlich bin ich schlecht und ohne herz

durch eignen kummer abgestumpft

für deinen fremden schmerz

ein wolf voll täglicher gewalt

von meinen dreizehn kindern wurde keines alt

 

du sagst ich solle meine feinde lieben?

es sei egal was sie mit mir getrieben?

dein ganzes reden hätt´ nur sinn

vergäbst du mir so wie ich bin

 

sieh

der propheten gab es viel in diesem land

und keiner drunter

der für meinesgleichen hilfe fand

du tust als wolltest liebe du verteilen

ich bräuchte sie und seh dich nicht verweilen

 

so mag er auf mich kommen dieser fluch

wenn du nicht der sein willst der aufbegehrt

das wär´ mir gar unendlich langes leben wert

und dass das blut von

immer wieder neuen wunden färbt mein tuch

 

wer weiß wann jener tag wird kommen

an dem für jeden gleich gerechtigkeit geschieht

und dieses wort vergessen wird

weil niemand etwas andres sieht

ich werde kämpfen

rastlos tag für tag

und dabei immer neue kampfgefährten finden

obwohl

so manchen wird der glaube an die lüge binden

als obs das kuschen wäre das er mag

wenn’s ihn zum golde

das er gerne hätte

zieht

 

ich halte nichts vom hoffen auf den tod

anstatt zu kämpfen gegen jede not

man wird mich treffen in verschiedensten gestalten

für mich niemals im beten hände falten

 

jahrhundert um jahrhundert werd ich sucher sein

kein gnadentod soll mich erlösen

den hass der macht

der dummheit trage ich allein

in keinem grab werd ich verwesen

wie könnte ich verzagen mir verzeihn

bevor die menschen bessre bücher lesen

 

ein freies volk wird kommen

schaffen

bauen

auf seiner kinder zukunft

ohne ängste schauen

die menschheit

die dann reift

die möcht ich sehn

und hoffe wenn sie wirklich einst erreicht

ihr leben deinem

nach dem tode gleicht

dass du mich dann

nicht zwingst

zu gehn

Published in: on 25. Februar 2010 at 11:33  Schreibe einen Kommentar  
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im buch der bunten zukunft

  (nach ma con mu, 3125 v.u.z.)

 

wer ein buch schrieb

litt unter denen

die nicht lesen konnten

 

wer lesen wollte

litt unter denen

die falsche bücher schrieben

 

wer verändern wollte

litt zugleich lesen

und schreiben zu müssen

 

wer nicht schreiben lesen verändern wollte

litt nicht

er sah nur grau

 

morgen erkennen wir

im orangen grün

den neunten ton

Published in: on 24. Februar 2010 at 11:37  Schreibe einen Kommentar  
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die Hu und die Fu

   

in zwei welten
lichtjahre fern
lebten die hu
und lebten die fu
und hatten sich gern

der hu wie der fu
waren je drei
vier nahrhafte gan
hatten beide dabei

die hu teilten jedem eine gan zu
die übrige pflanzten sie 
und sie wuchs bald in ruh
doch wieder trug sie der früchte vier
die waren nicht teilbar dort wie hier
so aßen und pflanzten die hu je zwei
und siehe
nun hatte ein jeder drei

die fu aber
töteten erst ihren schwachen
und hatten gleich zwei gan
zum fettlebe machen

die knochen der fu
verwehen im wind
weil neue gan
nie gewachsen sind

und kommen wir einst im hugarten an
so speisen wir sparsam
die gästegan

Published in: on 22. Februar 2010 at 11:46  Schreibe einen Kommentar  
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schändlich

   

der mann

hatte sich nichts

dabei gedacht

 

den ball warf er

zurück zu dem kleinen mädchen

dessen patschhändchen

ihn ins tiefe wasser verloren

 

es lachte schleuderte seinen ball

wieder weg

zum mann

 

welch spaß

er tat was es von ihm erwartete und

die eltern am ufer lachten mit

 

zu spät

kam dem mann

der gedanke

 

ins gedächtnis des kleinen mädchens

war vertrauen gebrannt

du kannst fremden männern bälle zuwerfen

 

sie bringen sie dir zurück

und die welt ist

heiter

Published in: on 9. Februar 2010 at 10:15  Schreibe einen Kommentar  
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Johannes

   

von ihm

spricht man

noch nicht

obwohl er

einer mission folgt

so sagt er

sich

lass deine

werke sprechen

ein torweg

vom bürgersteig zum hof

bunt gekachelt

gefliest

doch der zweck

heiligt die

nicht von ihm

zu zahlenden mittel

allein

er fügt

die schwarz

abgedrückte

farbe

zu einem wort zusammen

FUCK

noch einmal

FUCK

so versteht

johannes die

welt

schwarz

in wolken

durch die düse

gedrückt

Published in: on 8. Februar 2010 at 12:18  Schreibe einen Kommentar  
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Revoluzzertraum

   

Auf dem nachtschrank

rasselt der bankerkopf

aufstehen!

bevor ich ihn stillklopfe

 

hinter der fensterscheibe

tanzt ein mercedesstern

mit nichtsistunmöglich

brüder zur sonne zur

s-bahn

 

im kleiderschrank

gähnen gene

von boss und basf

hungrigen milben der zeit entgegen

 

auf dem frühstücksteller

ertrinken letzte

alles-meins-flakes

in milch

Published in: on 7. Februar 2010 at 09:23  Schreibe einen Kommentar  
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im gang

   

Die überweisung mit stempel

kann ich nicht lesen

beim wegrennen

bräche mir

verstand und

arm und

bein

ich lasse mein handy

um hilfe klingeln

ringsum antworten

defekte herzschrittmacher

die nachtschwester ersetzt

lungenflügel

durch frisch entfernte

blinddärme

der chefarzt spritzt

in die praktikantin

auf einer bahre

werde ich

weitergeschoben

mir

soll

die zukunft gehören

Published in: on 6. Februar 2010 at 07:20  Schreibe einen Kommentar  
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Das Breite-Lied

   

magst du es nicht das fahne schwenken

das immer in die winde lenken

das gerade passende nur denken

 

dann stell dich doch an meine seite

und du gewinnst wie ich an breite

 

suchst du die liebe noch der horen

denkst du du wärest fast verloren

und stopfst dir watte in die ohren

 

dann stell dich doch an meine seite

und du gewinnst wie ich an breite

 

willst du was großes noch erreichen

doch kannst kein fremdes herz erweichen

und deine träume werden leichen

 

dann stell dich doch an meine seite

und du gewinnst wie ich an breite

 

ob wirs zusammen wirklich schaffen

den geist von raffen raffen raffen

ins gestern zu bannen zum begaffen

 

verschlossen ist der zeiten buch

doch komm wir wagen den versuch

 

Published in: on 3. Februar 2010 at 12:25  Schreibe einen Kommentar  
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wunderbares land

   

neben den mülltonnen
der fremde
streichelt den tag
den ihn vergreisenden
auf seiner violine
ein räudiger hund
jault ohne ton
vom wolf sein
ein freund zählt
geld im hut
abendrot dampft
aus der krempe

pack das orchester
aufs feld
wo die frische saat
erst ergrünt
babajaga gewährt
den wunsch
nach einem kleinen mädchen
auf dem schoß
weiter papa
bitte lösch nicht
das hexenfeuer
nichts auf der erde
als wasser und musik
im baumhaus gespielt
zweta zwinkert zurück
luftschifftraum

zugluft flötet
auf traumlos leerer

flasche

Published in: on 2. Februar 2010 at 11:22  Schreibe einen Kommentar  
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